Pionierarbeit mit Wirkung: Zehn Jahre Fair Trade Town Glarus Nord
- 11. Juni
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Vom ersten politischen Entscheid bis zur internationalen Konferenz: Glarus Nord hat sich in den letzten zehn Jahren vom Pionier zur festen Grösse in der Fair-Trade-Bewegung entwickelt. Als erste Fair Trade Town der Schweiz zeigt die Gemeinde, wie globales Verantwortungsbewusstsein lokal verankert werden kann – mit konkreten Massnahmen, messbarem Potenzial und einem Netzwerk engagierter Akteure.

Als Glarus Nord am 12. Februar 2016 als erste Fair Trade Town der Schweiz ausgezeichnet wurde, war dies mehr als ein symbolischer Akt. Es war der Startpunkt für ein langfristiges Engagement in den Bereichen fairer Handel, nachhaltiger Konsum und soziale Verantwortung. Zehn Jahre später zeigt sich: Der Titel war kein Endpunkt, sondern der Beginn eines kontinuierlichen Entwicklungsprozesses.
Der Weg zur Auszeichnung
Die Auszeichnung zur Fair Trade Town wird in der Schweiz vom Dachverband Swiss Fair Trade vergeben. Gemeinden müssen dafür mehrere Kriterien erfüllen. Dazu gehören ein politischer Beschluss, die Verwendung von Fair-Trade-Produkten in der Verwaltung, die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern sowie die Organisation von Sensibilisierungsveranstaltungen.
In Glarus Nord war es insbesondere eine breit abgestützte Arbeitsgruppe, die diesen Prozess vorantrieb. Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Tourismus und Wirtschaft arbeiteten eng zusammen. Der wohl wichtigste Verfechter für das Projekt war der damalige Gemeindepräsident Martin Laupper. Mit dabei waren unter anderem auch der Hotelier Urs Brotschi, der ETH-Nachhaltigkeitsforscher Fritz Brugger, Tourismusdirektor Hannes Hochuli sowie verschiedene Vertreter der Gemeinde und von Swiss Fair Trade.
Diese interdisziplinäre Zusammensetzung erwies sich als zentral: Die Arbeitsgruppe plante, koordinierte und überprüfte die Umsetzung der Kriterien – und sorgte dafür, dass Fair Trade nicht isoliert, sondern breit in der Gemeinde verankert wurde. Inzwischen hat sich die Gruppe personell etwas verändert, das Prinzip der breiten Abstützung ist jedoch geblieben.

