Gut zu wissen: Ihre Fragen, unsere Antworten
Sicherheit im Alltag wirft viele Fragen auf. Wer zahlt den Feuerwehreinsatz? Muss ich wirklich Dienst leisten? Und was mache ich mit dem Wespennest auf dem Balkon? In diesem FAQ haben wir alles Wissenswerte rund um Ihre Feuerwehr und den Brandschutz in Glarus Nord zusammengefasst.

Wie wird die Feuerwehr alarmiert und was passiert nach dem Notruf?
Sobald jemand die Notrufnummer 118 wählt, landet der Anruf in der professionell betriebenen Kantonalen Notrufzentrale. Die Disponenten nehmen das Gespräch in der Regel innerhalb von 10 Sekunden entgegen. Für eine schnelle Hilfe sind die fünf W-Fragen entscheidend: Wer ruft an? Was ist passiert? Wo genau? Wie viele Verletzte? Welche Gefahren bestehen?
Das Ziel der Zentrale ist die sogenannte 180-Sekunden-Regel: Innerhalb von maximal drei Minuten nach Notrufeingang muss die Alarmierung der Einsatzkräfte ausgelöst werden. Die Feuerwehr Glarus Nord stellt sicher, dass das erste Fahrzeug bereits drei bis fünf Minuten nach dem Alarm einsatzbereit ist.
Wer bezahlt eigentlich den Feuerwehreinsatz?
Die Kostenpflicht ist im kantonalen Brandschutzgesetz geregelt. Hierbei gilt eine wichtige Unterscheidung:
Unentgeltlich: Einsätze bei Feuer- und Elementarschäden (wie Hochwasser oder Sturm) an Gebäuden kosten die Betroffenen nichts, sofern keine Grobfahrlässigkeit oder Vorsatz vorliegt.
Kostenpflichtig: Andere Leistungen müssen dem Verursacher oder Eigentümer in Rechnung gestellt werden. Dazu gehören beispielsweise Fahrzeugbrände, Liftrettungen, Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen oder technische Hilfeleistungen wie Türöffnungen.
Wie verhält man sich bei Bienen- oder Wespennestern?
Fluginsekten sind wichtige Nützlinge und kein automatischer Fall für Blaulicht-Organisationen.
Bienenschwärme: Entdecken Bürger eine Traube von Bienen, ist die Einsatzzentrale unter 055 645 66 66 zu kontaktieren. Ein Imker fängt den Schwarm fachgerecht ein. Die Feuerwehr leistet, wenn nötig, dabei lediglich Unterstützung (z. B. mit Leitern) und verrechnet dafür eine Pauschale von CHF 100.–.
Wespen & Hornissen: Die Feuerwehr führt keine Insektenentfernungen durch. Einwohner werden gebeten, sich an private Spezialisten wie Dachdecker oder Schädlingsbekämpfer zu wenden.
Was gehört zu den Kernaufgaben der Feuerwehr?
Die Feuerwehr ist primär eine Ersteinsatzformation zur raschen Gefahrenabwehr. Ihre Aufgaben umfassen:
Brandbekämpfung: Löschen von Bränden aller Art zum Schutz von Personen, Tieren, der Umwelt und von Sachwerten.
Elementarschäden: Intervention bei Hochwasser, Sturmschäden oder Rutschungen.
Technische Hilfeleistung: Dazu zählen Einsätze bei Verkehrsunfällen, die Personenrettung aus Notlagen und die Abwehr von Öl und ABC-Ereignissen (atomar, biologisch, chemisch).
Wer wacht über die Qualität der Feuerwehr?
Auf kantonaler Ebene ist das Feuerwehrinspektorat der glarnerSach für die Qualitätssicherung verantwortlich. Es überprüft regelmässig, ob die Schutzziele eingehalten werden und ob die Ausbildung der Angehörigen der Feuerwehr den hohen schweizerischen Standards entspricht. Dies stellt sicher, dass die Bevölkerung vom Kanton Glarus jederzeit auf professionelle und effiziente Hilfe zählen kann. Für die Ausbildung von Angehörigen der Feuerwehr werden kantonale Kurse, welche von schweizerischen Feuerwehrinstruktoren durchgeführt werden, angeboten. Aktuell leisten 14 Feuerwehrinstruktoren aus dem Kanton Glarus Dienst für das Feuerwehrinspektorat. Sechs davon leisten ebenfalls aktiven Dienst in der Feuerwehr Glarus Nord.

