Fair Trade zum Anfassen am Dorffest Näfels
- 11. Juni
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Am Dorffest Näfels machte die Gemeinde Glarus Nord mit einem Fair-Trade-Stand auf globale Zusammenhänge aufmerksam – unkompliziert, familiennah und mitten im Festbetrieb.
Am Pfingstsamstag, 23. Mai, herrschte am Dorffest in Näfels reger Betrieb. Zwischen Festwirtschaft, Vereinsprogramm und den Vorbereitungen für das Glarner-Bündner Kantonalschwingfest, das wenige Tage später am selben Ort stattfand, setzte die Gemeinde Glarus Nord einen Akzent mit einem Stand zum zehnjährigen Jubiläum von «Fair Trade Town Glarus Nord».

Organisiert wurde der Auftritt von Melissa Stüssi, Kommunikationsverantwortliche der Gemeinde Glarus Nord und Projektleiterin von «Fair Trade Town». Unterstützt wurde sie von Silvan Dietrich von der lintharena sowie von Marielle Ventura und Ursula Briggen vom Niederurner Unverpacktladen «Kostbar». Dietrich ist Mitglied der Arbeitsgruppe Fair Trade Town Glarus Nord und setzt sich in seiner Rolle als CEO der lintharena für Fair Trade ein. Der Unverpacktladen in Niederurnen bietet einige faire Produkte an und war als regionales Unternehmen ein idealer Partner für den Stand am Dorffest.
Ein Quiz bringt Menschen ins Gespräch
Von 11 bis 17 Uhr konnten Besucherinnen und Besucher am Stand ihr Wissen rund um fairen Handel testen. Drei Fragen, jeweils mit drei Antwortmöglichkeiten: Wie verbreitet sind Fair-Trade-Produkte in der Schweiz? Wie viele Kinder arbeiten weltweit in der Landwirtschaft? Und was bringt Fair Trade den Produzentinnen und Produzenten konkret?

Auch das Wetter spielte mit: Bei fast 30 Grad und strahlendem Sonnenschein war das Dorffest gut besucht. Vor allem Familien mit Kindern nutzten das Angebot. Manche Kinder knobelten konzentriert über die Quizfragen, andere holten sich Unterstützung bei den Eltern.
Wer beim Quiz mitmachte, erhielt ein kleines Give-away – darunter diverse Fair-Trade-Produkte, Früchte und Gutscheine. Besonders gut kamen die gebrannten Cashew-Nüsse an, die Schülerinnen und Schüler der Fair-Trade-School Linth-Escher im Unterricht hergestellt hatten – selbstverständlich aus fair gehandelten Zutaten.
Viele Besucherinnen und Besucher blieben zunächst wegen des Dorffest-Wettbewerbs stehen: Beim Fair-Trade-Stand gab es den sechsten Stempel für die Hauptverlosung. «Sobald die Leute einmal da waren, liessen sich viele auch auf das Quiz ein», sagt Ursula Briggen. «Gerade Familien fanden einen einfachen Zugang zum Thema, weil die Kinder das Thema offenbar kürzlich in der Schule hatten.»
Zwischen Sumo-Ring und Fair-Trade-Bananen

Der Stand wurde gemeinsam mit der Offenen Jugendarbeit Glarus Nord genutzt. Direkt daneben sorgte ihr Sumo-Ring für Unterhaltung. Kinder, Jugendliche und auch einige Erwachsene lieferten sich in übergrossen Sumo-Anzügen lustige Kämpfe – mal als Batman, mal als Spiderman. Immer wieder blieben die Passanten lachend stehen.
Besonders die Zahlen zur Kinderarbeit sorgten für Gespräche. Rund 84 Millionen Kinder arbeiten gemäss UNICEF allein in der Landwirtschaft. «Viele waren überrascht, wie hoch diese Zahl tatsächlich ist», sagt Melissa Stüssi. «Das hat einige wirklich nachdenklich gemacht.»
Zwischen Quizkarten, Gesprächen und sommerlichem Festbetrieb gab es auch kleine improvisierte Momente: Weil der Wind immer wieder die Antwortkarten vom Tisch wehte, mussten kurzerhand Fair-Trade-Bananen als Beschwerung dienen.
Am Ende des Tages zog das Team eine positive Bilanz. Der Stand war gut besucht, das Interesse spürbar – und vielleicht hat der Anlass den einen oder die andere dazu gebracht, beim nächsten Einkauf etwas genauer hinzuschauen.

