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Ein Rückblick: Grosseinsätze seit der Fusion

22. Sept.
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 8. Okt.

Bilder sagen mehr als tausend Worte – doch bei diesen Bildern aus dem Archiv der Feuerwehr, möchten wir das Geschehen noch zusätzlich einordnen. Seit der Fusion hat die Feuerwehr Glarus Nord zahlreiche Grossereignisse bewältigt. Wir blicken zurück auf sieben Einsätze, bei denen unsere Angehörigen der Feuerwehr weit mehr taten, als nur Feuer zu löschen: Sie retteten Existenzen, sicherten Grossanlässe und schützten Wirtschaftsstandorte.


1 Hausbrand in Mollis (18. Oktober 2020)

Wer & Wie viele:

Ein Grossaufgebot von rund 120 Einsatzkräften der Feuerwehr Glarus Nord.

Was & Wo:

Mitten im historischen Dorfkern von Mollis brach am späten Abend ein Hausbrand aus. Aufgrund der dichten Bebauung drohte das Feuer schnell auf benachbarte Liegenschaften überzugreifen.

Resultat:

Durch eine massive Riegelstellung (eine schützende Wasserwand zwischen den Gebäuden) gelang es den 120 Einsatzkräften, das Feuer auf das Ur­sprungs­objekt zu begrenzen. Trotz der enormen Hitzeeinwirkung blieben die angrenzenden Häuser unversehrt. Niemand wurde verletzt, und der historische Charakter der Strasse konnte durch das schnelle Eingreifen bewahrt werden. Das geschichtsträchtige Zwickyhaus (Bild Mitte) konnte ebenfalls erfolgreich geschützt werden. Das Gebäude gehört zum Kulturgut von nationaler Bedeutung im Kanton Glarus. Der Einsatz dauerte knapp 15 Stunden.




2 Unfall mit Tanklastwagen in Mollis (11. Februar 2021)

Wer & Wie viele:

Rund 80 Einsatzkräfte im Einsatz – Feuerwehr Glarus Nord, Öl-/Chemiewehr, Sanität, kantonale Umweltbehörde und Kantonspolizei gemeinsam.

Was & Wo:

Auf dem Linthweg in Mollis kippte ein mit Dieselkraftstoff beladener Tanklastwagen beim Rückwärtsfahren über eine Böschung Richtung Linthufer. Der 51-jährige Lenker wurde mittelschwer verletzt und musste per Rega ins Spital geflogen werden.

Resultat:

Der Tank blieb trotz des Sturzes dicht – der Dieselkraftstoff konnte kontrolliert in Spezialbehälter abgepumpt werden, eine Verschmutzung des nahen Linth­ufers liess sich so verhindern. Die aufwendige Bergung des schwer beschädigten Lastwagens per Pneukran dauerte rund 9 Stunden.








3 Hausbrand in Filzbach (16. November 2022)

Wer & Wie viele:

Rund 80 Einsatzkräfte, primär die Kompanie Kerenzen unterstützt durch die Kompanie Näfels-Mollis.

Was & Wo:

Ein Wohnhaus in Filzbach stand in Flammen. Die Heraus­forderung im Berggebiet: Die Wasserversorgung über weite Strecken und die exponierte Lage bei winterlichen Temperaturen.

Resultat:

Dank der spezialisierten Ausbildung der Kompanie Ke­ren­zen in schwierigem Gelände konnte der Brand unter Kontrolle gebracht werden, bevor er auf den nahegelegenen Wald oder Ökonomiegebäude übergreifen konnte. Die Be­wohner konnten rechtzeitig eva­kuiert werden, und wichtige Sachwerte aus dem Erdgeschoss wurden durch gezielten Inneneinsatz unter Atemschutz vor den Flammen gerettet. Der Einsatz dauerte knapp 12 Stunden.





4 Dachstockbrand in Ziegelbrücke (11. April 2023)

Wer & Wie viele:

Ca. 50 Einsatzkräfte im konzentrierten Einsatz aus den Kompanien Nieder-/Oberurnen, Bilten und Näfels-Mollis.

Was & Wo:

Ein weithin sichtbarer Dachstockbrand in Ziegel­brücke, nahe der wichtigen Verkehrsachse und Bahn­anlagen.

Resultat:

Die Einsatzkräfte konzentrierten sich darauf, den Brand­herd im Dachstock zu isolieren. Durch den gezielten Einsatz des Hubretters konnte das Feuer von oben bekämpft werden, ohne die unteren Stockwerke durch übermässiges Löschwasser komplett unbrauch­bar zu machen. Die Schadensbegrenzung war hier entscheidend: Die Bausubstanz blieb so weit stabil, dass eine Sanierung möglich war. Zudem gab es

keine Beeinträchtigungen für den Pendlerverkehr am Bahnhof Ziegelbrücke. Der Einsatz dauerte 13 Stunden.



5 Grossbrand Gewerbeliegenschaft in Mühlehorn (1. August 2024)

Wer & Wie viele:

Ein Grossaufgebot von 200 Einsatzkräften (inkl. Nach­barfeuerwehren aus dem Kanton St. Gallen und SBB mit dem Löschzug).

Was & Wo:

Am Nationalfeiertag um 22.30 Uhr brannte der Dach­stock eines grossen Gewerbebaus in Mühlehorn vollständig aus.

Resultat:

Der Einsatz dauerte insgesamt über 38 Stunden. Der grösste Erfolg: Trotz der dichten Nähe zum Meerenbach und dem Walensee konnte eine Umweltverschmutzung durch kontaminiertes Löschwasser verhindert werden. Durch die enge Koordination mit dem Lösch- und Rettungszug der SBB konnte die Rauchentwicklung im angrenzenden Bahntunnel so kontrolliert werden, dass die Hauptlinie Zürich–Chur nicht gesperrt werden musste. Dies verhinderte ein Bahnverkehrschaos in der gesamten Ostschweiz. Zudem wurde das direkt angebaute Wohnhaus erfolgreich vor den Flammen geschützt. Trotz Einsturzgefahr kehrten alle 200 Beteiligten unfallfrei heim. Gemäss Polizeimeldungen ist die Brandursache nach wie vor unklar.




6 ESAF 2025 und Mitarbeiterfest 100 Jahre Migros (August 2025)

Wer & Wie viele:

Rund 130 Einsatzkräfte in permanenter Einsatzbereitschaft vor Ort.

Was & Wo:

Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF) im Glarnerland. Die Feuerwehr war nicht als Zuschauer, sondern als unsichtbarer Sicherheitsgarant für zehntausende Besucher präsent.

Der Erfolg:

Durch die ständige Präsenz konnten kleine Vorfälle sofort im Keim erstickt werden, bevor sie zu Notfällen wurden. Die Schadensbegrenzung begann hier bereits bei der vorgängigen Einsatzplanung, zu­sam­men mit den weiteren Blaulichtpartnern. Ein friedliches Fest ohne grosse Zwischenfälle für die Feuerwehr war das Resultat dieser logistischen Glanzleistung.





7 Brand bei der Firma Netstal in Näfels (9. Mai 2026)

Wer & Wie viele:

Ca. 100 Einsatzkräfte der Kompanie Näfels-Mollis und Partner.

Was & Wo:

Ein Brandereignis auf dem Areal des Industriebetriebs Netstal. Industriebrände bergen durch Chemikalien oder komplexe Maschinenparks besondere Risiken.

Resultat:

Das schnelle Eingreifen verhinderte eine Ausbreitung auf die hochmodernen Produktionsanlagen. Da Netstal ein Schlüssellieferant für die Region ist, be­deutete dieser Einsatz direkt den Schutz von Arbeitsplätzen und die Sicherung der Lieferfähigkeit des Unternehmens. Durch den Verzicht auf Schaummittel­einsatz, wurde zudem eine Kontamination der umliegenden Gewässer und des Grundwassers vermieden. Zusätzlich konnte der einsatzfähige und gut gewartete bauliche Brandschutz im Gebäude eine weitere Ausbreitung des Feuers erfolgreich mitverhindern. Der Einsatz dauerte knapp 21 Stunden.



 
 
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