Editorial (2026 | Nr. 3)
Liebe Leserinnen und Leser

Es gibt Institutionen, die wir als selbstverständlich wahrnehmen – bis zu dem Moment, in dem wir sie brauchen. Die Feuerwehr gehört dazu. Ihre Angehörigen stehen bereit, an 365 Tagen im Jahr, rund um die Uhr, und rücken innert weniger Minuten aus, wenn irgendwo in unserer Gemeinde ein Notfall eintritt. Für die meisten von uns bleibt das über Jahre eine abstrakte Gewissheit im Hintergrund. Für rund 180 Frauen und Männer in Glarus Nord ist es gelebter Alltag, neben Beruf und Familie.
Die heutige Feuerwehr Glarus Nord ist selbst ein Stück Gemeindegeschichte.
Aus acht eigenständigen Dorffeuerwehren wurde im Zuge der Gemeindestrukturreform 2011 eine gemeinsame Organisation mit drei Kompanien – ein Prozess, der Eigenständigkeit und Zusammenarbeit miteinander verbinden musste, so wie die Gemeinde Glarus Nord als Ganzes. Dass dieser Zusammenschluss bis heute trägt, ist auch der Verdienst all jener, die sich in den letzten anderthalb Jahrzehnten für ihre Feuerwehr engagiert haben.
Gleichzeitig steht die Organisation vor Herausforderungen, die längst nicht nur die Feuerwehr betreffen: Wie gewinnt man auch künftig Menschen, die bereit sind, sich neben Job und Familie für die Gemeinschaft zu engagieren? Das Milizsystem, das unser Land in vielen Bereichen trägt, ist auf diese Bereitschaft angewiesen – und sie ist keine Selbstverständlichkeit mehr.
In dieser Ausgabe des «iibligg» widmen wir uns deshalb der Feuerwehr Glarus Nord: ihrer Entstehung und ihrem heutigen Aufbau, einem Blick hinter die Kulissen eines Übungsabends mit Kommandant Romano Schleucher und seinem Vize Markus Pfeiffer, einer Rückschau auf prägende Einsätze der letzten Jahre – von Mollis bis Mühlehorn – sowie der Frage, wie und warum man sich für den Dienst entscheidet. Dazu geben wir Ihnen die wichtigsten Antworten rund um Alarmierung, Kosten und Brandschutz gleich mit auf den Weg. Ich hoffe, dass die Beiträge dazu beitragen, jene Arbeit sichtbarer zu machen, die im Alltag oft im Verborgenen bleibt – und vielleicht auch die eine oder den anderen dazu bewegen, selbst einmal einen Übungsabend zu besuchen.
Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre und danke im Namen des Gemeinderates allen Angehörigen der Feuerwehr Glarus Nord für ihren Einsatz.
Fritz Staub
Gemeindepräsident

