Editorial (2026 | Nr. 2)
- 11. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 21. Juli
Liebe Leserinnen und Leser

Unser Alltag ist globaler, als wir oft denken. Produkte wie Kaffee, Kleidung oder Schokolade legen weite Wege zurück, bevor sie bei uns ankommen. Dabei stellen sich grundlegende Fragen: Wie ist die Wertschöpfungskette organisiert? Unter welchen Bedingungen werden die Produkte hergestellt? Was können wir als Konsumentinnen und Konsumenten mit unserem Verhalten beitragen?
Die Gemeinde Glarus Nord hat sich bereits früh mit diesen Fragen auseinandergesetzt.
Im Jahr 2016 wurde sie als erste Fair Trade Town der Schweiz ausgezeichnet. Seither engagiert sich die Gemeinde gemeinsam mit lokalen Betrieben, Institutionen und der Bevölkerung für
fairen Handel, nachhaltigen Konsum und verantwortungsvolles Handeln im Alltag.
Fair Trade Town ist dabei kein Label, das einmal vergeben und dann einfach weitergeführt wird. Es ist ein fortlaufender Prozess. In den vergangenen Jahren wurden verschiedene Projekte angestossen – von Sensibilisierungsaktivitäten über die Zusammenarbeit mit Schulen bis hin zu Impulsen im Bereich nachhaltiger Beschaffung. Auch international konnte Glarus Nord Akzente setzen, etwa als Austragungsort der Fair Trade Town-Konferenz 2023.
Gleichzeitig zeigt sich: Nachhaltigkeit und fairer Handel sind Themen, die kontinuierliche Aufmerksamkeit brauchen. Sie müssen im Alltag sichtbar und verständlich bleiben. Deshalb möchten wir das Engagement als Fair Trade Town in Zukunft wieder verstärkt aufnehmen und weiterentwickeln – mit konkreten, umsetzbaren Projekten und einem klaren Fokus auf Wirkung in der Region.
In dieser Ausgabe des «jibligg» schauen wir zurück auf die vergangenen zehn Jahre, zeigen neue Entwicklungen auf und geben einen Einblick in aktuelle Aktivitäten und Projekte. Zudem erklären wir, was Fair Trade konkret bedeutet, und lassen Fachpersonen zu Wort kommen.
Ich lade Sie ein, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und vielleicht auch den eigenen Konsum aus dieser Perspektive zu betrachten.
Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre.
Im Namen des Gemeinderates
Fritz Staub
Gemeindepräsident

